IPMA® vs. PMP® (PMI): Welche Projektmanagement-Zertifizierung passt zu Ihnen?
Wer eine Zertifizierung im Projektmanagement plant, stößt schnell auf IPMA® und PMI®. Beide bieten international anerkannte Zertifizierungen, unterscheiden sich jedoch in ihren Anforderungen, Kompetenzmodellen und Qualifizierungswegen.
IPMA® bietet einen mehrstufigen Zertifizierungsweg von Level D bis A. PMI® bietet mit dem PMP® eine Zertifizierung für erfahrene Projektverantwortliche und mit dem CAPM® eine Einstiegsmöglichkeit ohne vorausgesetzte Projekterfahrung.
Kurz gesagt: IPMA® bietet einen mehrstufigen Entwicklungsweg von Level D bis Level A. Der bekannte PMP® des PMI® richtet sich dagegen an Projektverantwortliche mit nachgewiesener Erfahrung. Für Personen ohne entsprechende Projekterfahrung bietet PMI® mit dem CAPM® eine eigene Einstiegszertifizierung an
IPMA® und PMI® – was wird eigentlich verglichen?
IPMA® und PMI® sind internationale Projektmanagementverbände, die jeweils eigene Zertifizierungssysteme anbieten.
Die International Project Management Association (IPMA®) arbeitet mit einem mehrstufigen Kompetenzmodell. In Deutschland vertritt die GPM die IPMA®, während die PM-ZERT die Zertifizierungen durchführt. Das Project Management Institute (PMI®) bietet verschiedene Zertifizierungen an. Besonders bekannt sind der Project Management Professional (PMP®) und der Certified Associate in Project Management (CAPM®).
Für einen sinnvollen Vergleich kommt es deshalb darauf an, welche konkreten Zertifizierungen und Erfahrungsstufen gegenübergestellt werden.
IPMA® und PMP® im direkten Vergleich
Die beiden Wege unterscheiden sich vor allem beim Aufbau des Zertifizierungssystems und bei den Voraussetzungen.
Grundidee
- IPMA®: Kompetenzorientiertes Zertifizierungssystem mit mehreren Levels
- PMP®: Einzelne PMI® Zertifizierung für erfahrene Projektverantwortliche
Kompetenzmodell
- IPMA®: People, Practice und Perspective
- PMP®: People, Process und Business Environment
Projekterfahrung
- IPMA®: Für Level D wird keine Projekterfahrung vorausgesetzt
- PMP®: Nachgewiesene Erfahrung im Management von Projekten ist erforderlich
Entwicklungsweg
- IPMA®: Level D, C, B und A entsprechend Erfahrung und Verantwortung
- PMI®: Verschiedene Zertifizierungen für unterschiedliche Rollen und Erfahrungsstufen
Projektmanagement-Ansatz
- IPMA®: Kompetenzen für klassische, agile und hybride Projektumgebungen
- PMP®: Berücksichtigt predictive, agile und hybride Vorgehensweisen
Einstieg ohne Projekterfahrung
- IPMA®: IPMA® Level D
- PMI®: CAPM® statt PMP®
Damit wird auch deutlich: IPMA® Level D und PMP® sind nicht zwei gleichartige Einstiegszertifizierungen. Sie richten sich an unterschiedliche Erfahrungsstufen.
Was kennzeichnet den IPMA® Ansatz?
Die IPMA® betrachtet Projektmanagement als Zusammenspiel von Methoden, Menschen und Projektumfeld. Ihr Kompetenzmodell ICB4 berücksichtigt deshalb neben fachlichem Wissen auch persönliche, soziale und organisatorische Kompetenzen.
Ein weiteres Merkmal ist das mehrstufige Zertifizierungssystem: Je nach Projekterfahrung und Verantwortung kommen unterschiedliche Zertifizierungslevel infrage. Welche Voraussetzungen für die einzelnen Stufen gelten, erfahren Sie in unserer Übersicht zum IPMA® Zertifizierungsystem.
Was kennzeichnet den PMP® von PMI®?
Der Project Management Professional (PMP®) richtet sich an Personen, die bereits Verantwortung für Projekte übernommen haben. Voraussetzung sind – abhängig vom Bildungsweg – mehrere Jahre dokumentierte Erfahrung im Management von Projekten sowie Projektmanagement-Weiterbildung.
Die seit Juli 2026 geltende PMP® Prüfung gliedert sich in die Bereiche:
- People: 33 %
- Process: 41 %
- Business Environment: 26 %
Zusätzlich wurden Themen wie künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit, Stakeholder Engagement und Value Delivery stärker berücksichtigt. Predictive, agile und hybride Vorgehensweisen gehören ebenfalls zum Prüfungsansatz.
IPMA® Level D, CAPM® oder PMP® – welcher Einstieg passt?
Entscheidend ist, wie viel Projekterfahrung Sie mitbringen und welches Zertifizierungssystem zu Ihrem beruflichen Umfeld passt.
Sie möchten Projektmanagement systematisch lernen?
IPMA® Level D und CAPM® ermöglichen einen Einstieg ohne vorausgesetzte Projekterfahrung. Während IPMA® Level D zum mehrstufigen IPMA-Zertifizierungssystem gehört, bildet CAPM® den Einstieg in das Zertifizierungsangebot des PMI®. Für CAPM® sind unter anderem 23 Stunden Projektmanagement-Ausbildung erforderlich.
Sie leiten bereits seit mehreren Jahren Projekte?
Dann kann der PMP® interessant sein. Bei IPMA® kommen abhängig von Ihrer bisherigen Erfahrung und Verantwortung auch höhere Zertifizierungslevel infrage. Ein Einstieg bei Level D ist nicht zwingend erforderlich. Welches IPMA® Level zu Ihrer Erfahrung passt, zeigt unsere IPMA® Zertifizierungsübersicht.
Ist IPMA® oder PMI® international ausgerichtet?
Beide Systeme sind international angelegt. Die IPMA® ist ein internationaler Dachverband mit Mitgliedsgesellschaften in zahlreichen Ländern. In Deutschland wird sie durch die GPM vertreten. Auch die Zertifizierungen des PMI® werden international angeboten. So ist die PMP® Prüfung beispielsweise in zahlreichen Sprachen verfügbar. Welche Zertifizierung im persönlichen Berufsweg stärker gefragt ist, lässt sich dennoch nicht pauschal nach Ländern oder Branchen beantworten. Entscheidend sind unter anderem Arbeitgeber, Funktion, Branche und konkrete Stellenanforderungen.
Welche Kriterien sollten Sie vor der Entscheidung prüfen?
Bevor Sie sich für einen Zertifizierungsweg entscheiden, sollten Sie vier Fragen beantworten:
- Welche Projekterfahrung bringe ich bereits mit?
- Welche Zertifizierungen sind in meinem beruflichen Umfeld relevant?
- Möchte ich einen mehrstufigen Kompetenzweg oder eine bestimmte Einzelzertifizierung verfolgen?
- Welche Projektrolle möchte ich künftig übernehmen?
Gerade bei vorhandener Projekterfahrung lohnt sich eine genaue Einstufung. Ein Einstieg auf dem niedrigsten Zertifizierungslevel ist nicht automatisch der sinnvollste Weg.
Fazit: IPMA® oder PMI®?
Welcher Zertifizierungsweg besser passt, hängt von Ihrer Projekterfahrung, Ihren beruflichen Zielen und den Anforderungen Ihres Arbeitsumfelds ab.
IPMA® bietet einen mehrstufigen Kompetenzweg, während PMI® mit CAPM® und PMP® unterschiedliche Zertifizierungen für Einsteiger und erfahrene Projektverantwortliche anbietet. Beide Systeme sind international ausgerichtet und berücksichtigen moderne Projektmanagementansätze.
Sie interessieren sich für IPMA®? In unserer Übersicht zur IPMA® Zertifizierung finden Sie die Zertifizierungslevel, Voraussetzungen und passenden Weiterbildungen.
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