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a
Agiles Projektmanagement

Agiles Projektmanagement ist eine Arbeitsweise, bei der Projekte teamübergreifend und etappenweise in kurzen, zeitlich beschränkten Zyklen (Sprints) vorangetrieben werden. Man plant also nicht gleich den gesamten Projektablauf, sondern konzentriert sich auf genau abgegrenzte Abschnitte innerhalb eines Projektes.

Arbeitspaket

Im klassischen Projektmanagement ist ein Arbeitspaket die kleinste, klar definierte Einheit innerhalb eines Projekts, die eine spezifische Aufgabe oder Teilaufgabe beschreibt. Es umfasst eine detaillierte Beschreibung der Arbeit, die erledigt werden muss, plus Informationen zu Verantwortlichkeiten, Ressourcen, Dauer und erwarteten Ergebnissen. In der Regel werden Arbeitspakte im Projektstrukturplan (PSP) zusammengefasst. Sie dienen dazu, das Projekt in überschaubare, messbare Schritte zu unterteilen, um den Fortschritt besser planen und kontrollieren zu können.

Assessor

Ein Assessor ist für die Prüfung und Bewertung von Zertifikaten verantwortlich. Assessoren selber müssen IPMA® zertifiziert sein. Sie bewerten die Ergebnisse und sind für die Vergabe des Zertifikats verantwortlich.

Auftragsklärung

Die Auftragsklärung ist essenzieller Bestandteil im Projektmanagement und bildet die Basis für die Projektführung. Unter Auftragsklärung im Projektmanagement versteht man den Prozess, bei dem die genauen Ziele, Erwartungen und Rahmenbedingungen eines Projekts zwischen Auftraggeber und Projektteam geklärt werden.

Folgende Punkte sollten geklärt werden:

  • Projektziele: Was soll mit dem Projekt erreicht werden?
  • Rollen und Verantwortlichkeiten: Wer ist wofür zuständig?
  • Ressourcen: Welche Mittel (Zeit, Budget, Personal) stehen zur Verfügung?
  • Risiken: Welche potenziellen Hindernisse könnten auftreten?
  • Erfolgskriterien: Wie wird der Projekterfolg gemessen?

Mit Hilfe einer ausführlichen Auftragsklärung werden Missverständnisse vermieden.

AT

AT ist die Abkürzung für akkreditierter Trainer. Jene Trainer werden durch die PM-ZERT zertifiziert und von der GPM® akkreditiert.

ATP

Die GPM® autorisiert Trainingspartner, die damit dem Qualitätsversprechen und den Vorgaben der GPM® verpflichtet sind. Nur autorisierte Trainingspartner dürfen das ATP-Logo nutzen.

AZAV

Die Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) ist eine Verordnung in Deutschland, die regelt, unter welchen Bedingungen Bildungsträger und Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung von der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden können. Träger und Maßnahmen müssen dafür bestimmte Qualitätsstandards erfüllen und von einer unabhängigen Stelle zertifiziert werden.

b
Backlog

Ein Backlog ist eine Liste von Produktanforderungen, jedoch keine To-Do-Liste, sondern eine Liste aller vom Kunden gewünschten Features. Im agilen Arbeiten hilft das Backlog dem Projektteam, die Features zu priorisieren. Pflege und Priorisierung obliegen dem Product Owner.

Belbin-Test

Der Belbin-Test ist ein wissenschaftlich fundiertes Instrument zur Analyse von Teamrollen, das die typischen Verhaltensweisen von Personen in Gruppen identifiziert. Ziel ist es, die individuellen Stärken und Beiträge jedes Teammitglieds sichtbar zu machen, um Teams so zusammenzustellen, dass sich die Rollen optimal ergänzen und die Zusammenarbeit effizienter wird.

Zu den neun Belbin-Rollen gehören unter anderem:

  • der Koordinator, der das Team strukturiert und Verantwortung delegiert,
  • der Macher, der Aufgaben energisch vorantreibt und Hindernisse überwindet,
  • der Erfinder, der kreative Lösungen entwickelt,
  • der Beobachter, der analytisch denkt und objektiv bewertet,
  • sowie der Teamarbeiter, der für Harmonie sorgt und Konflikte entschärft.

Jede Rolle bringt eigene Stärken – aber auch typische Schwächen – mit sich. Der Belbin-Test hilft, diese gezielt zu nutzen und auszugleichen.

Bildungsgutschein

Ein Bildungsgutschein ist ein Förderinstrument der Arbeitsförderung. Die Bundesagentur für Arbeit oder das jeweilige Jobcenter stellt den Bildungsgutschein aus. Jobsuchende können sich über einen so genannten Bildungsgutschein weiterbilden. Die Bildungsmaßnahme muss die Chancen auf eine neue Herausforderung erhöhen und Arbeitssuchende zukunftsfähig machen. Ansprechpartner beim Thema Bildungsgutschein und Förderung von Weiterbildung ist der jeweils zuständige Berater in der Arbeitsagentur oder im Jobcenter.

Brainstorming

Brainstorming ist eine kreative Methode, um schnell viele Ideen zu generieren.

  • Ziel definieren: Klar formuliertes Problem oder Thema vorgeben.
  • Teilnehmer wählen: Interdisziplinär, ca. 5–10 Personen.
  • Regeln erklären: Keine Kritik, Quantität vor Qualität, verrückte Ideen erwünscht, auf Ideen anderer aufbauen.
  • Ideensammlung: Jeder sagt spontan Ideen – alles wird sichtbar notiert (Whiteboard, Flipchart, digital).
  • Zeitbegrenzung: 15–30 Minuten reichen oft.
  • Auswertung danach: Ideen sortieren, clustern, bewerten.

Das Ziel des Brainstormings ist es, möglichst viele kreative Lösungsansätze in kurzer Zeit generieren.

Business Case

Mit einem Business Case wird geklärt, ob sich eine Investition in ein Vorhaben lohnt. Um diese Frage zu beantworten, enthält der Business Case folgende Informationen:

  • möglicher Nutzen
  • Beitragen zum Erreichen strategischer Unternehmensziele
  • Wirtschaftlichkeit
  • Risiken
  • Ist-Zustand und Auswirkungen, wenn nicht gehandelt wird
  • Lösungsansätze mit Handlungsempfehlungen
  • Informationen zu Zeitrahmen und Beteiligten

Basierend auf diesen Informationen können Geschäftsführung oder andere Entscheidungsträger eine fundierte Entscheidung zum weiteren Vorgehen treffen. Daher wird ein Business Case vor dem Projektstart angelegt.

c
Change Agent

Ein Change Agent ist eine Person, die in einem Unternehmen Veränderungsprozesse aktiv gestaltet, fördert und begleitet. In der GPM Weiterbildung® wird der Projektmanager als zentraler Change Agent geschult, da er die Verantwortung trägt, Wandel im Unternehmen strategisch zu planen, Teams zu motivieren und Widerstände zu überwinden mit dem Ziel, nachhaltige Veränderungen erfolgreich umzusetzen. Der Change Agent ist damit vor allem operativ mit dem Change beschäftigt.

Change Management

Unter Change-Management, auch Veränderungsmanagement genannt, sind alle Maßnahmen zu verstehen, die Veränderungen im Unternehmen begleiten, fördern und umsetzen. Das Ziel dabei: moderne Strukturen und zeitgemäße Strategien, um zukunftsfähig zu bleiben. Eine besondere Rolle im Change-Management spielt die Kommunikation. Sie muss zielgerichtet sein, damit alle im Unternehmen Veränderungen akzeptieren und positiv begleiten.

Change Manager

Ein Change Manager ist eine Fachkraft, die Veränderungsprozesse in Organisationen plant, steuert und begleitet. Im Gegensatz zum Change Agent geht es dabei um strategische Ziele, Veränderungen sollen nachhaltig implementiert werden. Der Fokus des Change Managers liegt auf der Analyse der Transformation, der Einbindung des Teams und der Minimierung von Widerständen. Mit einer Ausbildung zum Change Manger erhalten Projektmanager das erforderliche Werkzeug, Projekte und die damit verbundenen Veränderungen aktiv und erfolgreich zu gestalten.

Compliance

Compliance beschreibt die Regeltreue eines Projekts. Es geht darum, sicherzustellen, dass alle Aktivitäten im Einklang mit gesetzlichen Vorschriften, internen Unternehmensrichtlinien und ethischen Standards stehen.

  • Fokus: Datenschutz (DSGVO), Arbeitssicherheit, Korruptionsprävention und branchenspezifische Normen
  • Praxis-Tipp: Verstöße gegen die Compliance können ein gesamtes Projekt gefährden und rechtliche Konsequenzen für die Projektleitung haben.
  • Zertifizierungs-Bezug: wichtiger Teil der Kontext-Kompetenzen (Perspective)
d
Delphi-Methode

Mit der Delphi-Methode – benannt nach dem Orakel von Delphi – können Prognosen über zukünftige Entwicklungen erstellt werden. Darauf basierend können Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Experten werden einzeln befragt in mehreren Runden. Nach jeder Runde gibt es eine Zusammenfassung der Antworten. Mittels der Einzelbefragungen werden Abstimmungen unter den Experten und damit auch Diskussionen vermieden.

Design Thinking

Design Thinking ist eine kreative Methode, um neue Lösungen zu finden und damit innovativ zu bleiben. Dabei handelt es sich um einen Prozess mit 5 Phasen.

  • Verstehen: Problemraum analysieren, Nutzer & Kontext erfassen.
  • Beobachten: Nutzerbedürfnisse durch Interviews, Beobachtung & Empathie erfassen.
  • Sichtweise definieren (Point of View): Nutzerproblem präzise formulieren.
  • Ideen finden: Kreative Lösungen generieren (z. B. per Brainstorming).
  • Prototypen bauen: Schnelle, greifbare Modelle der Ideen erstellen.
  • Testen: Prototypen mit Nutzern testen, Feedback einholen, ggf. anpassen.

Iterativ: Phasen können wiederholt oder neu kombiniert werden – Nutzerzentrierung steht im Mittelpunkt.

DISG

DISG ist der Name eines Persönlichkeitstests, der auf Selbstbeschreibung beruht und vier Grundtypen kennt: Dominanz, Initiative, Stetigkeit und Gewissenhaftigkeit. Eine Einschätzung nach dieser Methode ist hilfreich für die Projektleitung.

Mit dem Wissen, welche Typen dem Projektleiter im Team begegnen, können jene gezielt auf die individuellen Bedürfnisse und Stärken der anderen eingehen. Die Typisierung macht das Verhalten, die jeweiligen Kommunikationsstile und damit auch die Motivation der einzelnen Teammitglieder besser verständlich. In der Kommunikation kann die Projektleitung gezielt auf die Mitarbeitenden eingehen und durch individuelle Ansprache die Teamdynamik optimieren.

e
Earned Value Analyse

Die Earned Value Analyse (Leistungswertanalyse) ist ein fortschrittliches Instrument zur Projektsteuerung. Sie verknüpft die zeitliche Planung mit den tatsächlichen Kosten und dem realen Arbeitsfortschritt, um eine objektive Aussage über den Projektstatus zu treffen. Sie ermöglicht präzise Prognosen darüber, wann das Projekt fertig wird und wie hoch die Endkosten sein werden.

Zentrale Kennzahlen:

  • Planned Value (PV): Was sollte laut Plan bis heute erledigt sein?
  • Actual Cost (AC): Was hat die bisherige Arbeit tatsächlich gekostet?
  • Earned Value (EV): Welchen Wert hat die tatsächlich geleistete Arbeit?

 

Elevator Pitch

Ein Elevator Pitch ist eine kurze, prägnante Präsentation einer Idee, eines Produkts oder eines Unternehmens, die in der Zeit einer Aufzugsfahrt (ca. 30-60 Sekunden) gehalten werden kann. Ziel des Pitches ist es, das Interesse des Gegenübers schnell zu wecken und die wichtigsten Punkte überzeugend darzustellen.

f
Führung bzw. Leadership

Im Kontext des Projektmanagements bedeutet Führung, das Projektteam zu koordinieren, zu inspirieren und in die richtige Richtung zu lenken, um den Projekterfolg sicherzustellen. Die Projektleitung muss nicht nur die fachlichen Aufgaben im Blick haben, sondern das Team stärken und eine produktive, vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre schaffen.

g
GPM®

Steht für die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement®. Der Fachverband für Projekt Management und die deutsche Ländervertretung der International Project Management Association (IPMA® ).

Governance

Governance (oder Projektgovernance) ist der übergeordnete Rahmen, der definiert, wie Projekte in einer Organisation gesteuert und überwacht werden. Sie legt die „Spielregeln“, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozesse fest.

  • Kernfragen: Wer darf Ressourcen freigeben? Wer entscheidet bei Konflikten? Wie sieht das Berichtswesen aus?
  • Abgrenzung: Während das Projektmanagement das Projekt leitet, stellt die Governance sicher, dass das Projekt richtig geleitet wird und zu den Unternehmenszielen passt.
  • Level B Relevanz: Senior Projektmanager müssen die Governance-Strukturen aktiv mitgestalten und sicherstellen, dass Portfolios und Programme darin eingebettet sind.
h
Harvard-Methode

Die Harvard-Methode ist ein Verhandlungsansatz, der darauf abzielt, durch sachbezogenes Verhandeln eine Win-Win-Lösung zu finden. Die Interessen beider Parteien stehen im Fokus. Es sollen gemeinsame Lösungen entwickelt werden, ohne auf Positionen zu beharren.

Hybrides Projektmanagement

Im hybriden Projektmanagement werden klassische Ansätze mit agilen Methoden kombiniert, um die Stärken beider Ansätze für den Projekterfolg zu nutzen. Strukturierte Planung und Steuerung – Elemente aus dem klassischen Projektmanagement – werden dabei mit der flexiblen und iterativen Arbeitsweise aus der agilen Arbeitswelt kombiniert. Kundenwünsche können so schneller berücksichtigt und Projekte effizienter umgesetzt werden. In der Weiterbildung hybrid+ (GPM) gehen wir auf die Thematik hybrides Projektmanagement genauer ein.

i
ICB

Die Abkürzung für Individual Competence Baseline. Diese stellt den weltweiten Standard für individuelle Kompetenzen in den Domänen Projektmanagement, Programmanagement und Projektportfoliomanagement dar.

IPMA®

Die International Project Management Association® ist seit 1965 der Dachverband des Projektmanagements und in über 70 Ländern weltweit vertreten.

IZR

Eine so genannte Inhouse-Zertifizierungsrunde (IZR) ist eine Zertifizierungsrunde (Prüfungsrunde), die ein Unternehmen bei der PM-ZERT für eigene Kunden anlegt.

j
Johari-Fenster

Das Johari-Fenster ist ein grafisches Modell aus der Sozialpsychologie, das die Unterschiede zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung verdeutlicht. Es wurde 1955 von Joseph Luft und Harry Ingham entwickelt (die Vornamen bilden den Namen „Jo-Hari“). In der Management-Praxis dient es als zentrales Werkzeug, um die Zusammenarbeit in Teams zu verbessern und die blinden Flecken in der Kommunikation zu reduzieren. Das Modell unterteilt das Verhalten und die Merkmale einer Person in vier Bereiche:

  • Öffentliche Person (Bekanntes): Alles, was ich über mich weiß und was auch anderen bekannt ist (z. B. Fachwissen, Auftreten)
  • Blinder Fleck (Unbekanntes): Verhaltensweisen, die anderen auffallen, die ich selbst aber nicht wahrnehme (z. B. Tics, Tonfall oder unbewusste Reaktionen)
  • Mein Geheimnis (Verborgenes): Dinge, die ich über mich weiß, aber vor anderen bewusst verberge (z. B. Ängste, private Ziele)
  • Unbekanntes: Potenziale oder Verhaltensweisen, die weder mir noch anderen bisher bekannt sind (z. B. verborgene Talente)

Ein erfolgreiches Team zeichnet sich dadurch aus, dass der öffentliche Bereich möglichst groß ist. Dies wird durch zwei Prozesse erreicht:

  • Feedback: Durch Rückmeldungen von außen verkleinert sich der „Blinde Fleck“.
  • Selbstoffenbarung: Durch vertrauensvolle Kommunikation verkleinert sich der Bereich des „Geheimnisses“.

Je größer die gemeinsame Schnittmenge ist, desto weniger Missverständnisse entstehen und desto höher ist die psychologische Sicherheit im Team – ein entscheidender Faktor für die Performing-Phase nach Tuckman. Das Beherrschen von Modellen wie dem Johari-Fenster ist ein Kernbestandteil moderner Führung. In unseren Weiterbildungen lernen Sie, wie Sie diese Werkzeuge aktiv einsetzen, um die Feedback-Kultur in Ihrem Projektumfeld zu stärken:

k
Kaizen

Kaizen ist ein japanisches Wort und bedeutet „Veränderung zum Besseren“. Es steht für die Idee, dass jeder – jederzeit – kleine Verbesserungen vorschlagen und umsetzen kann.

Kaizen einfach erklärt:

  • Kaizen ist ein Prinzip der ständigen Verbesserung
  • Statt auf große Umbrüche zu warten, verbessert man Schritt für Schritt, was nicht gut läuft – im Alltag, in der Arbeit, im Team.
  • Beispiel: Ein Team merkt, dass ein Arbeitsschritt jeden Tag Zeit kostet. Mit Kaizen überlegen die Projektmitarbeiter gemeinsam, wie man das einfacher machen kann – und setzen es sofort um.

Ziel von Kaizen:

Kaizen sorgt dafür, dass Prozesse, Produkte oder Abläufe immer ein Stück besser werden – durch kontinuierliche kleine Veränderungen.

Kanban

Kanban ist eine agile Methode, die darauf abzielt, den Arbeitsfluss zu optimieren. Sie verwendet ein visuelles Board, auf dem Aufgaben in verschiedenen Phasen (z. B. „To Do“, „In Bearbeitung“, „Fertig“) dargestellt werden. Ziel dieser agilen Methode ist es, die Anzahl der gleichzeitig bearbeiteten Aufgaben zu begrenzen und so Überlastung zu vermeiden und Engpässe frühzeitig zu erkennen. Durch kontinuierliche Verbesserung und Anpassung wird der Workflow effizienter gestaltet. Kanban ermöglicht Flexibilität und Transparenz im Projektteam, da der Fortschritt jeder Aufgabe jederzeit und für jeden sichtbar ist.

Kick-off

Ein Kick-off ist eine Phase im Projektmanagement. Mit dem Kick-off  startet ein Projekt offiziell.

Konfliktmanagement

Konfliktmanagement umfasst die systematische Identifikation, Analyse und gezielte Bewältigung von Unstimmigkeiten oder Spannungen innerhalb eines Projekts. Ziel ist es nicht zwingend, jeden Konflikt sofort zu eliminieren, sondern ihn konstruktiv zu nutzen, um Blockaden zu lösen und die Zusammenarbeit zu verbessern.

In der Projektpraxis und für die IPMA®-Zertifizierung ist es wichtig, Konflikte frühzeitig einzuordnen:

  • Wahrnehmung: Symptome erkennen (z. B. Sarkasmus, Rückzug, Dienst nach Vorschrift)
  • Analyse: Um welche Konfliktart handelt es sich? (Sachkonflikt, Beziehungskonflikt, Rollenkonflikt oder Wertekonflikt)
  • Eskalationsgrad: Einordnung nach dem Modell von Friedrich Glasl (9 Stufen von „Verhärtung“ bis „Gemeinsam in den Abgrund“)
  • Lösung: Wahl der passenden Strategie (z. B. Konsens, Kompromiss, Machtentscheidung oder Mediation)

Konflikte sind ein natürlicher Bestandteil der Storming-Phase nach Tuckman. Ein professionelles Konfliktmanagement sorgt dafür, dass das Team diese Phase erfolgreich durchläuft und in die Norming-Phase (Einigung) übergeht, statt dauerhaft in der Reibung zu verharren. Im Level D Kurs lernen Sie, Konflikte zu erkennen und einfache Moderationstechniken anzuwenden. Von Senior Projektmanagern (Level B) wird erwartet, dass sie auch komplexe Krisen in Programmen steuern und als Mediator zwischen verschiedenen Stakeholder-Interessen agieren.

Kotters 8-Stufen-Modell

Bei diesem Modell geht es um eine Methode, die bei Change-Prozessen eingesetzt wird. Sie besteht aus 8 Phasen. Für Projektmanager ist das Modell besonders hilfreich, um Veränderungsprozesse systematisch und nachhaltig zu gestalten.

Laut Kotter sollten Projektmanager in 8 Schritten vorgehen:

  • Erkenntnis von Veränderungsbedarf
  • Aufbau einer Führungskoalition aufbauen
  • Entwicklung von Vision und Strategie
  • Kommunikation der Vision n.
  • Beseitigung von Widerständen
  • Erste erkennbare und kurzfristige Erfolge als Zwischenschritt
  • Umsetzung weiterer Maßnahmen
  • Festigung neuer Prozesse in Unternehmenskultur

 

Kreativitätstechniken

Kreativitätstechniken sind Methoden, die die Kreativität fördern sollen. Sie variieren in ihrer Vorgehensweise. Grundsätzlich werden Kreativitätstechniken eingesetzt, um Ideen zu generieren oder neue Problemlösungen zu finden. Beliebte Kreativitätstechniken sind: Brainstorming, Design Thinking, Illumination, 6 Denkhüte…

Krisenmanagement

Krisenmanagement ist der Prozess, in dem Maßnahmen ergriffen werden, um eine plötzlich auftretende, kritische Situation, die den Erfolg eines Projekts gefährden könnte, zu meistern. Ziel des Krisenmanagements ist es, Schäden zu minimieren, den Projektfortschritt zu sichern und das Vertrauen der Stakeholder aufrechtzuerhalten.

Kritischer Pfad

Der Kritische Pfad (Critical Path Method, CPM) ist eine analytische Technik der Netzplanplanung. Er beschreibt die längste Kette von Aktivitäten in einem Projektplan, deren zeitgerechter Abschluss zwingend erforderlich ist, damit das gesamte Projekt zum geplanten Termin fertiggestellt werden kann. Innerhalb eines Projekts gibt es zahlreiche parallele und aufeinanderfolgende Aufgaben. Der kritische Pfad identifiziert genau jene Vorgänge, die keinen Puffer (Zeitreserven) haben.

  • Pufferzeit Null: Jede Verzögerung einer Aktivität auf dem kritischen Pfad führt unmittelbar zu einer Verschiebung des Projektendtermins.

  • Identifikation: Um den kritischen Pfad zu berechnen, werden für jeden Vorgang der frühestmögliche und der spätestmögliche Anfangs- sowie Endzeitpunkt ermittelt (Vorwärts- und Rückwärtsrechnung).

Für Projektleiter ist die Überwachung des kritischen Pfades die wichtigste Steuerungsaufgabe. Durch den Fokus auf diese Engpässe können Ressourcen priorisiert dort eingesetzt werden, wo sie den größten Einfluss auf den Terminplan haben.

  • Risikomanagement: Aktivitäten auf dem kritischen Pfad sind die größten Zeitrisiken eines Projekts.

  • Beschleunigung: Wenn ein Projekt schneller abgeschlossen werden muss, können nur Maßnahmen an Aktivitäten erfolgreich sein, die auf dem kritischen Pfad liegen (z. B. durch „Crashing“ oder „Fast Tracking“).

Während agile Methoden wie der Sprint auf Flexibilität setzen, bietet die Methode des kritischen Pfades die notwendige Präzision für komplexe Infrastruktur- oder Industrieprojekte.

l
Leadership

siehe Führung

Lean Management

Lean Management ist eine Unternehmensphilosophie, deren Ziel es ist, Prozesse effizienter zu gestalten und die Verschwendung von Ressourcen so gering wie möglich zu halten. Das Ziel von Lean Management ist die kontinuierliche Verbesserung und damit die Gestaltung der gesamten Wertschöpfungskette.

Lessons Learned

Hierbei handelt es sich um eine Methode im Projektmanagement, um aus abgeschlossenen Projekten zu lernen. Diese Erkenntnisse sollen bei neuen Projekten helfen, Fehler zu vermeiden, und damit Risiken reduzieren. Die Projektqualität soll sich basierend auf den Learnings verbessern.

Lewins 3-Phasen-Modell

Das Modell kommt vor in unseren Changemanagement-Kursen. Es handelt sich um ein einfaches Konzept für Veränderungsprozesse in drei Schritten: Unfreeze – Change – Refreeze. Für Projektmanager bedeutet das: Erst die Akzeptanz für den Wandel schaffen, dann Veränderungen durchführen und schließlich sicherstellen, dass die Veränderungen langfristig bestehen bleiben.

LGA

Kurz für Lehrgangsanbieter. LGA bieten zusammen mit ATPs Projektmanagement-Lehrgänge an, die der GPM® -Qualität unterliegen.

Logischer Netzwerkplan

Ein Logischer Netzwerkplan (auch Netzplan genannt) ist eine grafische Darstellung der Ablaufstruktur eines Projekts. Er zeigt alle Projektaktivitäten und deren gegenseitige Abhängigkeiten in einer chronologischen Abfolge.

  • Funktion: Er dient als Basis für die Terminplanung und ist die Voraussetzung, um den Kritischen Pfad zu berechnen.
  • Elemente: Er besteht aus Knoten (Vorgängen) und Pfeilen (Anordnungsbeziehungen), die definieren, welche Aufgabe abgeschlossen sein muss, bevor die nächste beginnen kann.
  • Nutzen: Er macht Engpässe und Zeitreserven (Puffer) im Projektplan sichtbar.
  • Zertifizierungs-Bezug: Das manuelle Zeichnen und Berechnen eines Netzplans ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben in der IPMA® Level D Prüfung.
m
Magisches Dreieck

Das magische Dreieck beschreibt das Spannungsfeld zwischen Zeit, Kosten und Qualität (Leistung). Werden die Kosten gesenkt, leidet oft die Qualität oder die Zeit verlängert sich.

Management by Exception

Management by Exception heißt, dass Führungskräfte nur in außergewöhnlichen oder kritischen Fällen eingreifen. Das ist der Fall, wenn vorher festgelegte Ziele bzw. Vorgaben nicht erreicht werden. Mitarbeitende bearbeiten Routineentscheidungen und alltägliche Aufgaben eigenständig.

Meilenstein

Ein Meilenstein ist im Projektmanagement ein Ereignis von besonderer Bedeutung. Es bietet überprüfbare Zwischenziele, die die Planung und Kontrolle des Projektfortschritts erleichtern.

Meilensteintrendanalyse

Mit einer Meilensteintrendanalyse behalten Sie den Überblick über den Projektfortschritt.

Multiprojektmanagement

Laut Norm DIN 69909 ist Multiprojektmanagement ein „organisatorischer und prozessualer Rahmen für das Management mehrerer einzelner Projekte“. Daher kann der Begriff des Multiprojektmanagements als Oberbegriff für Programm- und Portfoliomanagement angesehen werden.

N
Nachhaltigkeit

Unter Nachhaltigkeit versteht man die sparsame Nutzung aller Ressourcen. Das Ziel von Nachhaltigkeit ist es, Schäden an Mensch, Tier und Umwelt zu vermeiden beziehungsweise so gering wie möglich zu halten. Nachhaltigkeit basiert auf dem Prinzip, ökonomische, ökologische und soziale Aspekte miteinander in Einklang zu bringen. In Projekten ist Nachhaltigkeit wichtig, um Konflikte aufgrund unterschiedlicher Interessenslagen zu vermeiden.

o
OKR

OKR steht für Objectives and Key Results. Dabei geht es um ein Rahmenwerk für das Zielmanagement in Unternehmen.

OZR

In regelmäßigen Abständen bietet die PM-ZERT offene Zertifizierungsrunden (OZR) an den Standorten Nürnberg und Hannover an. An den OZR Zertifizierungsrunden können alle Teilnehmenden bundesweit teilnehmen.

p
PMO

PMO ist die Abkürzung für Project Management Office. Bei einem PMO handelt es sich um eine organisatorische Einheit oder Abteilung innerhalb eines Unternehmens. Ihre Aufgabe: Das PMO ist dafür verantwortlich, Projekte, Programme und Portfolios zu standardisieren, zu koordinieren und zu überwachen. Das PMO unterstützt Projektleitung und Projektmanagement bei der Steuerung von Projektaufgaben und übernimmt administrative und organisatorische Aufgaben. Ein PMO ist besonders nützlich in größeren Organisationen oder in Unternehmen, die viele parallele Projekte durchführen, da es die Komplexität reduziert und die Zusammenarbeit verbessert.

PM-ZERT

Die PM-ZERT ist die alleinige und unabhängige Zertifizierungsstelle für Projektmanagementpersonal in Deutschland.

Portfoliomanagement

Das Projektportfoliomanagement (PPM) ist eine permanente Managementaufgabe, die alle Projekte und Programme einer Organisation oder eines Teilbereichs umfasst. Ziel ist es, die „richtigen“ Projekte auszuwählen und so zu priorisieren, dass der größtmögliche Wertbeitrag unter Berücksichtigung der verfügbaren Ressourcen erzielt wird.

Zentrale Steuerungselemente

  • Priorisierung: Bewertung von Projektideen nach strategischer Relevanz, Risiko und Wirtschaftlichkeit

  • Kapazitätsabgleich: Abgleich des gesamten Ressourcenbedarfs aller Projekte mit der tatsächlichen Verfügbarkeit im Unternehmen

  • Monitoring: Laufende Überwachung des gesamten Projektbestands, um bei strategischen Kursänderungen Projekte rechtzeitig zu stoppen oder neu zu priorisieren

Die Zertifizierung zum Certified Senior Portfolio Manager (IPMA® Level B) bescheinigt Ihnen die Fähigkeit, Portfolios strategisch zu steuern und die Brücke zwischen der Unternehmensführung und der operativen Projektwelt zu schlagen. Wir vermitteln Ihnen die Methoden, um komplexe Entscheidungsmatrizen aufzubauen und die Multiprojekt-Landschaft Ihres Unternehmens effizient zu steuern.

Projekt

Ein Projekt ist ein zeitlich begrenztes Vorhaben mit einem klar definierten Ziel, das in einem bestimmten Zeitraum und mit begrenzten Ressourcen realisiert wird. Ein Projekt umfasst eine Reihe von Aktivitäten, die koordiniert werden müssen, um ein Ergebnis zu erzielen.

Projektmanagement

Projektmanagement ist die Planung, Steuerung und Kontrolle von Projekten, um festgelegte Ziele innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens und eines vorgegebenen Budgets zu erreichen. Das Projektmanagement umfasst die Organisation von Ressourcen (Personal, Materialien und Finanzen), um Aufgaben effizient und erfolgreich abzuschließen. Ziel ist es, das Projekt so zu leiten, dass es qualitativ hochwertige Ergebnisse liefert, die die Erwartungen der Stakeholder erfüllen. Wichtige Aspekte im Projektmanagement sind die Einhaltung von Terminen, Kosten und Qualitätsanforderungen.

Projektumfeld

Das Projektumfeld umfasst die Gesamtheit aller Rahmenbedingungen, Einflüsse und Faktoren, die ein Projekt von außen oder innen direkt oder indirekt beeinflussen oder von dessen Verlauf und Ergebnissen betroffen sind. Es stellt den „Lebensraum“ dar, in dem sich ein Projekt entwickelt. Um die Komplexität greifbar zu machen, wird das Projektumfeld in der Regel in zwei Hauptbereiche unterteilt:

  • Sachliches Projektumfeld: Hierzu zählen technische Standards, gesetzliche Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Faktoren (Marktlage), ökologische Anforderungen sowie die physische Infrastruktur.

  • Soziales Projektumfeld: Dies umfasst alle beteiligten oder betroffenen Personen und Gruppen (Stakeholder), wie beispielsweise Kunden, Mitarbeiter, Behörden, Anwohner oder das Management des auftraggebenden Unternehmens.

In unserem Fachartikel erfahren Sie, wie Sie die Risiken minimieren und Chancen proaktiv nutzen: Das Projektumfeld verstehen.

Programmmanagement

Programmmanagement bezeichnet die übergreifende Planung, Steuerung und Kontrolle einer Gruppe von zusammengehörigen Projekten und Maßnahmen, die ein gemeinsames strategisches Ziel verfolgen. Im Gegensatz zum Einzelprojektmanagement liegt der Fokus hier auf der Realisierung von Synergien und dem Nutzen für die Organisation, der durch die Koordination der Einzelprojekte entsteht.

Kernaufgaben im Programmkontext

  • Strategische Ausrichtung: Sicherstellen, dass alle Projekte innerhalb des Programms auf die übergeordneten Unternehmensziele einzahlen

  • Ressourcenoptimierung: Übergreifende Steuerung von Personal und Budget, um Engpässe zwischen den Teilprojekten zu vermeiden

  • Abhängigkeitsmanagement: Identifikation und Steuerung von Schnittstellen zwischen den Projekten

Ein Certified Senior Programm Manager (IPMA® Level B) verfügt über die nachgewiesene Kompetenz, komplexe Programme mit signifikanten Auswirkungen auf das Unternehmen zu leiten. In unserer Zertifizierungsvorbereitung lernen Sie, wie Sie komplexe Abhängigkeiten beherrschen und Stakeholder-Interessen auf Programmebene erfolgreich moderieren.

Projektstrukturplan (PSP)

Ein Projektstrukturplan ist eine hierarchische Gliederung aller Aufgaben, Arbeitspakete und Teilprojekte eines Projekts. Mit dem Projektstrukturplan lassen sich Projekte übersichtlich strukturieren, Zuständigkeiten festlegen und eine Grundlage für Planung, Steuerung und Kontrolle schaffen. Demnach ist der Projektstrukturplan ein wichtiges Instrument im Projektmanagement.

Q
Qualifizierungsgeld

Beim Qualifizierungsgeld handelt es sich um eine Entgeltersatzleistung, die Beschäftigte während ihrer Fortbildung erhalten. Der Arbeitgeber wird so entlastet, er zahlt „nur“ die Weiterbildung. Beantragt wird diese Förderung vom Arbeitgeber, Ansprechpartner ist das Jobcenter.

 

 

 

Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement im Projektmanagement umfasst alle Maßnahmen und Prozesse, die sicherstellen, dass die Ergebnisse eines Projekts die festgelegten Anforderungen und Erwartungen erfüllen. Ziel ist es, die Qualität der Projektergebnisse und der Projektprozesse zu planen, zu steuern und kontinuierlich zu verbessern. Qualitätsmanagement umfasst Qualitätsplanung, Qualitätssicherung und -kontrolle sowie die kontinuierliche Verbesserung.

r
RACI-Matrix

Die RACI-Matrix (auch Verantwortlichkeitsmatrix genannt) ist ein bewährtes Modell zur Analyse und Darstellung von Verantwortlichkeiten in Projekten oder Geschäftsprozessen. Sie stellt sicher, dass für jede Aufgabe, jede Entscheidung und jeden Meilenstein eindeutig geklärt ist, wer welche Rolle einnimmt. RACI steht für die englischen Begriffe der vier Rollen:

  • Responsible (Durchführungsverantwortung): Die Person, die eine Aufgabe tatsächlich operativ bearbeitet. Pro Aufgabe gibt es mindestens einen „Responsible“.
  • Accountable (Rechenschaftspflicht): Die Person, die letztlich die Verantwortung für das korrekte Ergebnis trägt und dieses freigibt. Wichtig: Pro Aufgabe darf es strikt nur eine Person mit dem Status „Accountable“ geben, um Kompetenzgerangel zu vermeiden.
  • Consulted (Beratend): Personen oder Fachabteilungen, die Expertenwissen beisteuern oder vor einer Entscheidung angehört werden müssen. Die Kommunikation erfolgt hier bidirektional.
  • Informed (Informationspflicht): Personen, die über den Fortschritt oder den Abschluss einer Aufgabe informiert werden müssen. Die Kommunikation erfolgt hier einseitig.

Die RACI-Matrix ist ein mächtiges Instrument zur Vermeidung von Missverständnissen und Doppelarbeiten. In der Praxis hilft diese Projektmanagementmethode dabei:

  • Entscheidungsprozesse zu beschleunigen, da Freigabewege (Accountable) vorab fixiert sind.

  • Überlastungen zu identifizieren, wenn eine Person in zu vielen Aufgaben als „Responsible“ eingetragen ist.

  • Kommunikationswege zu optimieren, indem klar definiert wird, wer nur informiert werden muss und wer aktiv beraten darf.

In komplexen Projektumgebungen – ob Wasserfall oder hybrid – ist die RACI-Matrix das Fundament für eine reibungslose Zusammenarbeit. Sie bildet die Brücke zwischen der theoretischen Planung und der gelebten Praxis im Team.

S
SCRUM

SCRUM ist ein Vorgehensmodell im Projekt- und Produktmanagement, das auf folgenden Kernprinzipien basiert: Transparenz, kontinuierliche Verbesserung, Selbstorganisation und schnelle Anpassung an Änderungen. Die Ursprünge dieses agilen Frameworks liegen in der Softwareentwicklung. Mittlerweile wird SCRUM aber in vielen Bereichen und Branchen eingesetzt.

SCRUM basiert auf Iterationen, sogenannten Sprints, in denen ein funktionsfähiges Ergebnis erstellt wird. Ein Sprint ist ein fester Zeitraum, in dem ein Ziel erreicht werden soll. Der Zeitraum umfasst in der Regel ein bis vier Wochen. Im Daily SCRUM werden täglich kurz die aktuellen Ergebnisse und Aufgaben besprochen. Die Aufgaben unterscheiden sich. Die Aufgaben, die im aktuellen Sprint bearbeitet werden, gehören in den Sprint Backlog. Im Product Backlog werden alle Aufgaben gelistet und priorisiert.

Damit Scrum funktioniert, müssen bestimmte Rollen vergeben werden.

  • Product Owner: Verantwortlich für die Anforderungen und deren Priorisierung im Product-Backlog.
  • Scrum Master: Unterstützt das Team, beseitigt Hindernisse und sorgt für die Einhaltung der Scrum-Regeln
  • Entwicklungsteam: Selbstorganisiertes Team, das die Arbeit umsetzt
SAFe

SAFe ist die Abkürzung für Scaled Agile Framework. SAFe ist ein Rahmenwerk (Framework), das Unternehmen dabei hilft, agile Methoden wie Scrum oder Kanban in großen Organisationen mit vielen Teams erfolgreich anzuwenden.

Dieses agile Rahmenwerk wurde entwickelt, um agile Prinzipien nicht nur in kleinen Teams, sondern in der gesamten Organisation umzusetzen. SAFe sorgt dafür, dass alle Teams gemeinsam und koordiniert an einem großen Produkt oder Projekt arbeiten können – schnell, flexibel und kundenorientiert.

SAFe kombiniert agile Methoden (wie Scrum) mit Lean-Prinzipien und DevOps, um effiziente und flexible Produktentwicklung in großen Unternehmen zu ermöglichen.

Selbstreflexion

Selbstreflexion ist die Fähigkeit, das eigene Denken, Fühlen und Handeln im Projektkontext kritisch zu hinterfragen. Sie ist die Basis für persönliches Wachstum und professionelle Weiterentwicklung.

  • Im Projektalltag: Warum habe ich in der Sitzung so emotional reagiert? Hätte ich den Konflikt im Team früher erkennen können?
  • Bedeutung für Change Agents: Nur wer sich selbst reflektiert, kann andere souverän durch Veränderungen führen, ohne in alte Verhaltensmuster zu verfallen.
  • Zertifizierungs-Bezug: Die IPMA® legt großen Wert auf diese Kompetenz. Im Level D/B Report müssen Kandidaten nachweisen, dass sie aus Erfahrungen (Lessons Learned) lernen können.
Sprint

Ein Sprint ist ein fest definierter, zeitlich begrenzter Zeitraum (Timebox), in dem ein spezifisches Arbeitspensum abgeschlossen und für die Überprüfung bereitgestellt werden muss. Er bildet das Herzstück agiler Frameworks wie Scrum. Ein Sprint dauert in der Regel zwischen einer und vier Wochen. Die Dauer bleibt über den Projektverlauf hinweg konstant, um einen gleichmäßigen Rhythmus (Kadenz) für das Team zu schaffen.

Ein typischer Sprint-Zyklus umfasst folgende Elemente:

  • Sprint Planning: Das Projektteam legt fest, welche Anforderungen aus dem Backlog im kommenden Zeitraum bearbeitet werden.
  • Daily Scrum: Ein kurzes, tägliches Abstimmungstreffen des Teams zur Synchronisation der Aufgaben.
  • Sprint Review: Am Ende des Sprints wird das fertige Ergebnis (Inkrement) den Stakeholdern präsentiert.
  • Sprint Retrospektive: Das Team analysiert die Zusammenarbeit und identifiziert Verbesserungspotenziale für den nächsten Zyklus.

Der Sprint ermöglicht es Organisationen, komplexe Projekte in handhabbare Abschnitte zu unterteilen. Durch die kurzen Zyklen erhalten Führungskräfte und Kunden regelmäßig Feedback, wodurch Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt und korrigiert werden können. Dies fördert eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung und hohen Transparenz.

Die Einführung von Sprints erfordert ein Umdenken in der Führungskultur. Weg von klassischer Kontrolle, hin zu Vertrauen und Befähigung der Teams. Vertiefen Sie dieses Thema in unserem Fachbeitrag: Agile Führung lernen.

Stabsorganisation

Eine Stabsorganisation ist eine Organisationsform, bei der spezielle Stellen oder Abteilungen, so genannte Stäbe, geschaffen werden. Aufgabe der Stäbe ist es, das Management oder die Führungsebene zu unterstützen. Die Stabstellen haben weder eigene Entscheidungs- noch Weisungsbefugnis. Beispiele für typische Stabsstellen sind Rechtsabteilungen, Controlling oder strategische Planung.

Stacey-Matrix

Die Stacey-Matrix ist ein Modell zur Einordnung der Komplexität eines Vorhabens. Sie dient Führungskräften als Entscheidungshilfe, um für ein Projekt die passende Management-Methode auszuwählen.

Die Stacey-Matrix bewertet ein Projekt anhand von zwei Achsen:

  • Was? (Klarheit der Anforderungen): Ist das Ziel eindeutig definiert?
  • Wie? (Sicherheit des Weges): Sind die technischen Lösungen oder Schritte bekannt?

Je nach Ausprägung wird das Projekt in einen von vier Bereichen eingeteilt:

  • Einfach: Anforderungen und Weg sind klar (Ideal für Wasserfall).

  • Kompliziert: Expertenwissen ist nötig, aber planbar.

  • Komplex: Viele Unbekannte (Ideal für agile Methoden).

  • Chaotisch: Keine klaren Zusammenhänge erkennbar.

In modernen Organisationen ist die Matrix das Fundament, um zwischen klassischen, agilen oder gemischten Ansätzen abzuwägen. Lesen Sie in unserem Fachbeitrag, wie Sie dieses Modell für Ihre Strategie nutzen: Die Stacey Matrix. 

Stakeholder

Ein Stakeholder (deutsch: Interessengruppe, Anspruchsberechtigter) ist jede Person oder Gruppe, die ein Interesse am Verlauf oder Ergebnis eines Projekts hat. Stakeholder können direkten Einfluss auf das Projekt haben oder von den Ergebnissen betroffen sein. Daher ist es für den Projekterfolg wichtig, die Bedürfnisse und Erwartungen zu verstehen und im Projektverlauf zu berücksichtigen, um den Erfolg des Projekts sicherzustellen.

Stakeholder unterscheiden sich in:

  • Interne Stakeholder: Projektteam, Führungskräfte, Mitarbeiter im Unternehmen.
  • Externe Stakeholder: Kunden, Lieferanten, Investoren, Partner oder Regulierungsbehörden.

 

Stressmanagement

Stressmanagement (Teil der persönlichen Kompetenzen (People))umfasst alle Strategien und Methoden, um belastende Situationen im Projekt zu bewältigen oder deren Entstehung präventiv zu verhindern. Es geht darum, die eigene Leistungsfähigkeit und die des Teams langfristig zu erhalten. Eine gute Projektleitung erkennt Stresssymptome im Team (z.B. in der Storming-Phase) und steuert durch Ressourcenanpassung oder klare Kommunikation gegen.

Methoden: Zeitmanagement (Eisenhower-Prinzip), Priorisierung (Stacey-Matrix zur Komplexitätsreduktion), aber auch Entspannungstechniken und die Förderung der Resilienz

T
Teamentwicklungsphasen (Tuckman)

Das Modell nach Bruce Tuckman beschreibt den Weg, den eine Gruppe vom ersten Kennenlernen bis hin zur bestmöglichen Zusammenarbeit zurücklegt. Es verdeutlicht, dass jedes Team eine gewisse Zeit und verschiedene Phasen braucht, um wirklich effizient zu werden.

Die 5 Phasen im Überblick

  • Forming (Kennenlernen): Das Team findet sich zusammen. Man ist höflich, vorsichtig und klärt die ersten Aufgaben.
  • Storming (Auseinandersetzung): Es knirscht im Gebälk. Unterschiedliche Meinungen prallen aufeinander, Rollen werden ausgehandelt und es gibt oft erste Konflikte.
  • Norming (Einigung): Das Team findet einen gemeinsamen Nenner. Man legt Regeln fest, wie man zusammenarbeiten will, und das Vertrauen wächst.
  • Performing (Hochleistung): Das Team läuft zur Höchstform auf. Alle wissen, was zu tun ist, und arbeiten Hand in Hand am gemeinsamen Ziel.
  • Adjourning (Abschluss): Das Projekt endet, das Team löst sich wieder auf und hält fest, was man für die Zukunft gelernt hat.

Wenn sich in einem Unternehmen etwas ändert, werden Teams oft neu zusammengestellt oder Aufgaben verändern sich grundlegend. Ein Change Agent nutzt dieses Modell, um zu verstehen, warum es in der „Storming-Phase“ zu Reibereien kommt. Er weiß: Diese Phase ist normal und notwendig, um später zur Hochleistung zu gelangen.

Transformationsprojekte

siehe Changemanagement

u
UE

Eine Unterrichtseinheit (UE) besteht aus 45 Minuten.

Unternehmenskultur

Die Unternehmenskultur umfasst die Gesamtheit der gemeinsamen Werte, Normen und Einstellungen, die das Verhalten der Mitarbeitenden und Führungskräfte prägen. Sie ist das „unsichtbare Betriebssystem“ einer Organisation.

  • Bedeutung für Change Management: Ein Change Agent muss die bestehende Kultur verstehen, um Widerstände im Storming (Tuckman) zu minimieren.
  • Agile Transformation: Ein Wechsel zu agilen Methoden scheitert oft nicht an den Werkzeugen, sondern an einer Kultur, die noch auf Theorie X (Kontrolle) statt auf Theorie Y (Vertrauen) basiert.
  • Level B Relevanz: Senior Manager müssen die kulturelle Anschlussfähigkeit von Projekten und Portfolios sicherstellen.
User Story

Eine User Story (deutsch: Anwendererzählung) beschreibt, was ein Benutzer (User) will. User Stories kommen bei der Entwicklung von Produkten oder Software innerhalb von agilen Frameworks zum Einsatz und bestehen aus ein paar Sätzen, in denen grob beschrieben wird, was der Benutzer des Produkts machen will bzw. muss.

v
Vier-Seiten-Modell

Das Vier-Seiten-Modell (auch Kommunikationsquadrat) ist ein Modell von Friedemann Schulz von Thun. Jede Nachricht enthält demnach vier Botschaften gleichzeitig. Und zwar auf der Beziehungsebene, der Sachebene, einen Appell sowie eine Selbstaussage. Das Modell hilft, Missverständnisse in der Kommunikation zu vermeiden und ist demnach wichtig für Projektmanager.

V-Modell

Das V-Modell ist ein Vorgehensmodell in der Software- und Systementwicklung. Es stellt den Entwicklungsprozess in Form eines „V“ dar, wobei den Entwurfsphasen (linker Schenkel) direkt entsprechende Testphasen (rechter Schenkel) gegenüberstehen.

  • Kernkonzept: Jede Spezifikation wird durch einen passenden Test verifiziert. Dies sorgt für eine sehr hohe Qualität und Nachvollziehbarkeit.
  • Abgrenzung: Während das V-Modell sehr strukturiert und planorientiert ist, bilden agile Methoden wie Scrum den flexiblen Gegenpol für komplexe Umgebungen.
  • Expertentipp: Im hybriden Projektmanagement wird das V-Modell oft für die übergeordneten Abnahmeprozesse genutzt, während die interne Entwicklung agil abläuft.
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Wasserfallmethode

Die Wasserfallmethode (auch Wasserfallmodell) ist ein klassisches, lineares Vorgehensmodell des Projektmanagements. Ihr Kernmerkmal ist die strikte Unterteilung eines Projekts in aufeinanderfolgende Phasen. Jede Phase beginnt erst dann, wenn die vorangegangene vollständig abgeschlossen und dokumentiert wurde. Der Name leitet sich aus der visuellen Darstellung ab: Die Ergebnisse „fließen“ wie bei einem Kaskaden-Wasserfall von einer Ebene zur nächsten.

Expertentipp: Ist die strikte Planung der Wasserfallmethode noch zeitgemäß? Wir beleuchten die Hintergründe in unserem Artikel: Das Wasserfallmodell: Totgesagt oder Fundament für Projekterfolg?

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X-Y-Theorie

Die X-Y-Theorie ist ein von Douglas McGregor entwickeltes Modell der Managementpsychologie. Es beschreibt zwei gegensätzliche Menschenbilder und die daraus resultierenden Führungsstile. Das Modell verdeutlicht, wie die persönliche Grundhaltung einer Führungskraft das Verhalten und die Motivation der Mitarbeitenden direkt beeinflusst.

Die zwei gegensätzlichen Menschenbilder

  • Theorie X (Das negative Menschenbild): Annahme: Der Mensch ist von Natur aus arbeitsunwillig und versucht, Verantwortung zu vermeiden. Konsequenz: Führung muss durch Kontrolle, detaillierte Anweisungen und Belohnung oder Bestrafung erfolgen (autoritärer Führungsstil).
  • Theorie Y (Das positive Menschenbild): Annahme: Arbeit hat für den Menschen einen hohen Stellenwert. Er ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und sucht nach Selbstverwirklichung. Konsequenz: Führung setzt auf Vertrauen, Partizipation und Eigenverantwortung (kooperativer oder agiler Führungsstil).

Das Verständnis dieser Dynamik ist ein Kernbestandteil der Führungskompetenzen in den IPMA® Level D und Level B Zertifizierungen. In unseren Trainings reflektieren Sie Ihre eigene Haltung und lernen, wie Sie durch ein modernes Menschenbild die Leistungsfähigkeit Ihres Teams steigern.

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Zertifizierung

Im Rahmen einer Zertifizierung überprüft und bewertet eine unabhängige Stelle die Konformität einer Organisation, eines Produkts oder einer Person bezogen auf festgelegte Standards. Eine Zertifizierung stellt sicher, dass vorgegebene Qualitäts- oder Leistungsstandards beziehungsweise Branchenstandards erfüllt werden.

Zielhierarchie

Die Zielhierarchie ist eine systematische Darstellung der Projektziele, die von einer übergeordneten Vision bis hin zu messbaren Unterzielen reicht. Sie dient im Projektmanagement dazu, widersprüchliche Ziele zu identifizieren und Prioritäten zu setzen.

  • Struktur: Meist wird sie als Baumdiagramm dargestellt, wobei das Hauptziel an der Spitze steht und durch operative Zwischenziele (Meilensteine) konkretisiert wird.
  • Relevanz: Eine klare Zielhierarchie ist die Basis für jede Stacey-Matrix-Einordnung. Nur wenn das „Was“ geklärt ist, kann die passende Methode gewählt werden.
  • Zertifizierungs-Bezug: Das Erstellen einer konsistenten Zielhierarchie ist eine Kernkompetenz in der IPMA® Level D Prüfung.
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